Swiss fashion night in Berlin

Die Schweiz ist in Mode, auch in Berlin

Kurze Lieferketten und lokale Produktion statt in fernen Ländern hergestellte Massenware. Schweizer Designerinnen und Designer schaffen innovative und nachhaltige Mode.

Geboren ist die Textilnation Schweiz im Kleinen, mit der Herstellung von Textilien in Heimarbeit vor allem in ländlichen Gebieten. Auf kleine Auflage, aber grosse Wirkung setzen auch zeitgenössische Designerinnen und Designer in der Schweiz. Mit ihren Mode- und Accessoire-Kollektionen verkörpern sie bestechende Qualität, Exklusivität und Nachhaltigkeit – typisch Schweiz eben.

Dreizehn Schweizer Labels präsentierten im Januar 2018 ihre Produkte an der Swiss Fashion Night 2018 in den Räumlichkeiten der Schweizerischen Botschaft in Berlin. Ein starker Auftritt mitten in der Berlin Fashion Week.

Zu sehen waren:  Balseca Weber / beige / Charles Muller SA / Claudia Nabholz / De Marquet / Joy + Grief / kleinbasel by Tanja Klein / MDK-Miranda Kaloudis / M.Luna / Mourjjan / Pamb / pierrot & pierrette / SomySo.

Claudia Nabholz
swiss fashion
Die Schweizerische Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland, Christine Schraner Burgener, begrüsst die Gäste zur Swiss Fashion Night.

Veganes Leder aus Ananasfasern und Bio-Baumwolle?

Hergestellt werden diese Kreationen in der Schweiz und im nahen Ausland. Wo nicht gar selbst zuhause geschneidert wird, schauen die Labels persönlich in den Produktionsbetrieben vorbei, um sich von der Qualität und fairen Arbeitsbedingungen ein eigenes Bild zu machen. Kurze Lieferketten und lokale Produktion machen das möglich und stärken die Umweltverträglichkeit.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in den verwendeten Materialien. Hohe Reyclingstandards und maximale Wiederverwertung zeichnen diese Labels aus. So werden Reste zu Leder-Armbändern oder Schlüsselanhängern verarbeitet oder gar an eine Verbrennungsanlage geliefert zur Produktion von Strom. .

Aus Tradition wird Innovation

Textilien verkörpern wie kaum ein anderes Produkt die traditionsreiche Industriegeschichte der Schweiz – wer kennt sie nicht, die edlen Spitzen aus St. Gallen zum Beispiel. Dass Traditionelles auch chic sein kann, zeigen die Kollektionen der in Berlin präsentierten Labels. Strickware kann beispielsweise verstaubt klingen, ist aber das Gegenteil: eigenwillig, unkonventionell und selbstbewusst.

Im Zuge des Strukturwandels der letzten Jahrzehnte bewies die Branche aber auch eine beeindruckende Erfindungskraft. Heute werden in der Schweiz Pneu-Strukturen aus Textilien, selbst verrottende Möbelstoffe, kugelsichere Westen, schallabsorbierende Stoffe und vieles mehr entwickelt, produziert und gehandelt. Aus Tradition und Know-How wurde Innovation. Diese war an der Swiss Fashion Night übrigens nicht nur sicht- und fassbar, sondern sogar zu beschnuppern anhand von Exponaten aus der Textilforschung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa. Und das ist wörtlich gemeint, denn zu riechen gab es ein Gewebe aus Fasern, die einen flüssigen Kern mit ätherischen Ölen enthalten und auch nach Verarbeitung einen Duft verströmen.

Aus der Schweiz, für die Welt

Schön ist schön und gut. Aber Mode sollte auch Absatz finden. Die hochwertigen Kollektionen aus der Schweiz haben ein grosses Potenzial im deutschen Markt. Die Swiss Fashion Night sorgte für ein starkes Statement für das Textil- und Modeland Schweiz inmitten der Berlin Fashion Week, dashoffentlich in den angesagten Bekleidungsgeschäften der Kulturmetropole und ganz Deutschlands wiederhallen wird.

Computergrafik swiss fashion