Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte

Ein Wettbewerb im Zeichen der Vielfalt und Qualität der Schweizer Regionalprodukte

Die siebte Ausgabe des Schweizer Wettbewerbs der Regionalprodukte findet Ende September im Jura statt. Die Besucherinnen und Besucher haben Gelegenheit, Spezialitäten aus verschiedenen Kantonen zu entdecken und sich mit Produzentinnen und Produzenten zu unterhalten.

185 Schweizer Betriebe nehmen am Wochenende vom 30. September und 1. Oktober 2017 am siebten Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte in Courtemelon in der Nähe von Delémont teil. Auf dem Programm stehen Degustationen sowie eine Medaillenübergabe durch eine Jury, die sich aus Gastronomie-Fachleuten zusammensetzt.

Die 2005 von der «Fondation Rurale Interjurassienne» ins Leben gerufene Veranstaltung wird alle zwei Jahre in der Landwirtschaftsschule der Stiftung durchgeführt. Dieses Jahr werden zwischen 15’000 und 20’000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Zu den Ehrengästen zählen der Kanton Aargau und das Elsass. Zu degustieren gibt es typisch elsässische Produkte und verschiedene Aargauer Spezialitäten wie Rüeblitorte, Zofinger Senf oder Spanischbrödli.

Schweizer Regionalprodukte

1260 Produkte von 536 Produzentinnen und Produzenten aus der ganzen Schweiz stehen im Rennen. Schauen wir uns fünf Aussteller, die Produkte aus den fünf Wettbewerbskategorien (Bäckerei und Konditorei, Milchprodukte, Fleisch, Früchte und Gemüse, alkoholische Getränke) anbieten, etwas näher an.

produits du terroir
© Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte

«Tonneaux d'alpage» von François Briggen

Jedes Jahr verbringt der Käser François Briggen den Sommer auf der Alp «Fruitières de Nyon». Die Alphütte mit Aussichtspunkt liegt auf 1333 Metern Höhe oberhalb von La Givrine im Kanton Waadt. Der Tag beginnt um 4 Uhr in der Früh mit dem Melken der Kühe. Wer dem Käser bei der Arbeit zuschauen will, muss also früh aufstehen. Sein Betrieb stellt einen Alp-Gruyère AOC, Raclettekäse und «Tonneaux d’alpage» her. Mit dieser Spezialität nimmt er am Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte teil. «Es ist ein von mir kreierter Halbhartkäse, mit dem ich 2012 an den World Cheese Awards eine Silbermedaille gewonnen habe.» François Briggen verspricht sich mehr Visibilität von solchen Veranstaltungen. «Es genügt nicht, nur Käse herzustellen, er muss auch noch verkauft werden!» Der Käser verkauft seine Produkte direkt ab Hof und über die «Laiteries Réunies Genève».

tonneau d'alpage

Biber-Manufaktur der Leibacher Brüder

Alles begann mit einer Sammlung alter Bibermodel, die Claudio Leibacher von einer Appenzeller Bäckerei erwerben konnte. Diese Model dienen dazu, die folkloristischen Motive des Kantons auf das Gebäck zu pressen.

Leibacher
© Leibacher Biber-Manufaktur

Die Idee, seine eigenen Biber herzustellen, dieses typische Lebkuchengebäck aus dem Appenzell, der Heimat seines Grossvaters, liess den jungen Mann nicht mehr los. Nach seinem Geschichtsstudium absolvierte er in verschiedenen Bäckereien ein Praktikum und schliesslich eine Lehre. Mit 28 Jahren erhielt er sein Diplom als Bäcker-Konditor. Heute stellt Claudio seine Biber in Wermatswil im Kanton Zürich her. Unterstützt wird er von seinem Bruder Silvan, der sich um den Verkauf und das Marketing kümmert. Die Leibacher Biber-Manufaktur tritt mit zwei Produkten an: mit dem traditionellen Biber aus Waldhonig, Mandeln und Zitronenzesten sowie dem veganen Biber (ohne Honig).

Leibacher
© Leibacher Biber-Manufaktur

Glarner Kalberwurst aus der Metzgerei Kern

Im Kanton Glarus ist die Metzgerei Kern eine Institution, die es bereits seit über 100 Jahren gibt. Urs und Dunja Kern-Enzler führen die Familientradition in vierter Generation fort. Eine ihrer Spezialitäten ist die Glarner Kalberwurst, die das IGP-Gütesiegel trägt. Diese typische Glarner Brühwurst wird aus Kalbfleisch, Speck und Vollmilch hergestellt. Es ist die einzige Schweizer Wurst, die Weissbrot enthält und die dafür eine Ausnahmeregelung erhielt. Die Herkunftsbezeichnung (IPG) stellt sicher, dass das Fleisch aus der Schweiz stammt und dass die Wurst im Kanton Glarus hergestellt wird.  Die Metzgerei Kern wird der Wettbewerbsjury diese Wurst vorstellen. «Die Wurst hat einen starken regionalen Charakter und eine lange Geschichte», erklärt Urs Kern, der das Rezept seines Urgrossvaters getreu befolgt. Er will diese Wurst auch in der Romandie bekannt machen. Weitere regionale Spezialitäten der Metzgerei sind die Glarner Chämi-Salami, der Glarner Schüblig und die Rauchcervelat.

saucisse de veau de Glaris
Glarner Kalberwurst/Metzgerei Kern © Samuel Trümpy Photography

Tessiner Berghonig von Eddy Cassolato

Der langjährige Hobbyimker Eddy Cassolato entschied 2016, die Bienenzucht zu seinem Haupterwerb zu machen. Der Produzent mit italienischen Wurzeln war schon immer begeistert von der Landwirtschaft und der Bergwelt. Heute bewirtschaftet er im Leventinatal 150 Bienenstöcke. In dieser Tessiner Bergregion wächst eine reichhaltige Flora, die dem Wildblüten-Berghonig (miele millefiori di montagna) seine besonderen Merkmale verleiht.

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© Eddy Cassolato

Cassolatos Bienen sammeln Nektar aus unterschiedlichen Pflanzen: Löwenzahn im Frühling, Alpenrosen im Hochgebirge und Kastanien- und Lindenblüten in mittlerer Höhe. Der Bienenzüchter kann also zwei Honigsorten anbieten, Wildblumenhonig und Honig aus Linden- und Kastanienblüten (tiglio e castagna). Er nimmt zum ersten Mal am Wettbewerb teil, wo er diese beiden Produkte vorstellt.

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© Eddy Cassolato

Öufi, das Solothurner Bier von Alex Künzle

Die Solothurner Brauerei Öufi wurde im Jahr 2000 von Alex Künzle gegründet, unterstützt wird er von seinen beiden Söhnen Moritz und Florian. Die Brauerei ist nach der Solothurner Stadtzahl elf benannt. Die Brauer produzieren rund vierzig Biere, die mehrheitlich in Fässern lagern. Vier Biersorten werden zudem in Flaschen angeboten. Die hellen, dunklen und Weissbiere der Solothurner Brauerei werden in kleinen Mengen hergestellt.

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© Brauerei Öufi

Alex Künzle und sein Team stellen jedes Jahr 5000 Hektoliter her. Der Brauer nimmt zum ersten Mal am Wettbewerb der Regionalprodukte teil. Er wird dort das «Öufi Südfuss» vorstellen. Warum gerade dieses Bier? «Das Besondere an diesem Lagerbier ist die Verwendung von regionalen Produkten. Das ist seine Stärke bei diesem Wettbewerb.»

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© Brauerei Öufi

Der Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte findet am Samstag, 30. September, und am Sonntag, 1. Oktober 2017, in Courtemelon statt. Eintrittspreis: 12 Franken (Degustationen inbegriffen).

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